Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Ptuj – Burghausen, hat die Stadt Ptuj zu einem Festkonzert eingeladen. Die Leiterin der Arbeitsgruppe Ptuj Elisabeth Hübner organisierte daher eine Reise nach Ptuj.
Am Sonntag, den 04. Oktober brach in aller Frühe ein Bus mit 50 Burghausern zu einer eindrucksvollen Herbstreise auf. Ein Zwischenstopp erfolgte in Millstadt am wasserreichsten See Österreichs gleichen Namens. Nach dem Besuch der ehemaligen Stiftskirche St. Salvator und Allerheiligen und der Mittagspause in der historischen Burg Sommeregg, folgte die Reise durch das sehr schöne Drautal über Dravograd nach Ptuj. Der Höhepunkt des folgenden Tages war das feierliche Konzert in der Minoritenkirche St. Peter und Paul.
Die Ansprachen der Bürgermeisterin Nuška Gajšek und des 2. Bürgermeisters Norbert Stranzinger, in Vertretung des 1. Bürgermeisters Florian Schneider, glichen sich inhaltlich sehr stark. Norbert Stranzinger trug seine Rede in slowenisch vor, mit starkem Beifall bedacht; „…25 Jahre Städtepartnerschaft, das sind 25 Jahre voller Begegnungen, gemeinsamer Erlebnisse und gewachsene Freundschaften. Eine Partnerschaft lebt nicht von Verträgen, sondern von den Menschen, die sie mit Leben füllen. Von Vereinen, Familien, Schulen, Jugendlichen und allen, die neugierig aufeinander sind und die Verbindung zwischen unseren Städten pflegen. …Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass die nächsten 25 Jahre genauso lebendig und freundschaftlich werden, wie die vergangenen…“.
(von links) Mit Gastgeschenk: Norbert Stranzinger, Nuška Gajšek, Elisabeth Hübner, Pater Milan Kos
Nuška Gajšek würdigte in ihrer Rede auch die Arbeit und die Leistungen für die Partnerschaft des leider zu früh verstorben Gerhard Hübner. Der Gastgeber Pater Milan Kos, Provinzial der Minoriten in Slowenien, betonte in seiner Ansprache, u.a. die kirchlichen Kontakte und die Unterstützung Burghausens bei der Anschaffung der Orgel in St. Peter und Paul. Das feierliche Konzert enthielt Darbietungen einer in historischen Gewändern gekleidete Tanzgruppe, sehr gut vorgetragene Lieder eines großen gut aufgelegtem gemischten Chores über die Natur und einer Ode an das grüne Slowenien. Das Auditorium applaudierte dankend.
Höhepunkt der Veranstaltung war der Konzertvortrag des Burghauser Organisten Heinrich Wimmer, eine Fantasie für die Orgel über die österreichische Hymne von Gustav Adolf Eduard Stehle von 1880. Das Publikum bedankte sich mit einem langanhaltenden stehenden Applaus für das außergewöhnliche Konzert.
Unter den in der Kirche anwesenden war auch eine Gruppe Austauschschüler vom Burghauser Aventinus Gymnasium mit ihrem Lehrer Stefan Angstl, auch 3. Bürgermeister von Burghausen. Sie präsentierten eine mit Gymnasialschülern aus Ptuj gemeinsam erarbeitete Plastik. Anschließend trafen sich alle Gäste im Keller des ehrwürdigen Minoritenkloster bei einer typischen slowenischen Brotzeit zu lockeren Gesprächen. Die Tage waren angefüllt mit informativen Führungen. Natürlich blieb auch genügend Zeit, sich in der Therme zu entspannen.
In der alten Bibliothek des Minoriten Kloster befinden sich auch Erst Ausgaben von nicht nur christlich orientierten Büchern. Pater Andrej Fegus erklärte sehr verständlich die Entwicklungsgeschichte der Schrift und den Übergang zum Buchdruck. Die Ausflugsfahrt am nächsten Tag führte durch die Ausläufer der pannonischen Tiefebene in die Weinregion um Jeruzalem. Frau Prof. Maria Hernja Masten konnte wissenswertes über kulturhistorische Zusammenhänge in der Region berichten. Am Abschlusstag zeigte uns eine Fremdenführerin Maribor. Eine Stadt, an der Autobahn, an der in der Regel vorbeigefahren wird, ist durchaus ein Besuch wert. Nach 4 Tagen endete eine Reise, die in Erinnerung bleiben wird.
Hartmut Enders
